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Ein Mann denkt über sein Vermögen nach

Die Rede ist hier von Hermann Kaiser, er war gebürtiger Schwabe pietistischer Prägung und Besitzer von zwei Geschäften in Frankfurt am Main. 1937 hatte er sich in Klein-Krotzenburg ein Haus mit größerem Garten, nahe am Wald, erstanden. Zunächst hielt er sich hier nur am Wochenende mit seiner Frau auf, später verlegte er, bedingt durch die Kriegsereignisse, seinen Wohnsitz ganz dorthin. Er suchte Verbindung mit an Jesus Christus gläubigen Menschen. So kam er auch in die Stadtmission Hanau, woraus sich auch ein persönliches Verhältnis zu dem damaligen Prediger Hans Gregor entwickelte.Da das Ehepaar Kaiser kinderlos war, machten sie sich Gedanken, was sie mit ihrem beträchtlichen Vermögen machen sollten.

Der erste Gedanke war auf dem Gelände in Klein-Krotzenburg soll ein christliches Erholungsheim, ein Kinderheim oder Freizeitheim für Jugendliche entstehen. Hans Gregor weihte Hermann Kaiser  in seine Pläne ein. Der HGNV sollte der Bauträger werden. Dieser aber hatte Angst davor und lehnte ab. Auch der persönliche Einsatz von Wilhelm Möller (an den sich Kaiser wandte) brachte kein anderes Ergebnis. Möller  machte Kaiser den Vorschlag, statt eines Freizeitheimes ein Altenheim zu errichten. In jener Zeit wurde gerade in der Presse eine Studie  veröffentlicht, dass  allein in Hessen 250.000 Altenheimplätze fehlen. Darin sah ein kleiner Kreis von Experten, der sich um Kaiser gebildet und sein Anliegen aufgenommen hatte, die Weisung Gottes und leistete wichtige Pionierarbeit.


 Zur Geschichte und Erinnerung:

 

1957: Die Anfänge. Erste Gespräche führte Hermann Kaiser mit seinen Freunden über die Nutzung seines Vermögens für den Aufbau eines christlichen Werkes für das Gemeinwohl. Das Ergebnis war ein Feierabendhaus für ältere Menschen, die ihren Lebensabend in Ruhe ver-bringen möchten, zu errichten.


1959: Der Freundeskreis um Hermann Kaiser gründete den Verein Sozialdienst Feierabendhaus e.V., Frankfurt am Main

Mit diesem Verein hat er dann nach Abschluss des Gesellschaftsvertrages am 24.04.1959 die Simeonstift GmbH gegründet und die Gemeinnützigkeit beantragt. Gesellschafter Hermann Kaiser war mit 75 % und der Verein als zweiter Gesellschafter mit 25 % beteiligt.

Die Verantwortlichen haben sich bei der Namens-gebung von der Darstellung Jesu im Tempel, bei der der hochbetagte Simeon nach Lukas 2, 29-35 in den Jubelruf ausbrach: „Herr, nun lassest Du Deinen Diener in Frieden fahren, wie Du gesagt hast, denn meine Augen haben Deinen Heiland gesehen“, leiten lassen. Er war ein auf Jesus wartender Mensch.


1962 Baubeginn des Stammhauses, heute Hans-Giebner-Haus, und 30 Bungalows


1964:    Das Richtfest für die ersten 100 Plätze wurde im Mai gefeiert und im Dezember zogen die ersten Bewohner ein.

Das Stammhaus mit der heute noch bestehenden Großküche und dem Speisesaal, später „Hans-Giebner-Haus“ benannt, wurde wegen seiner 30 Bungalows bundesweit als das „Krotzenburger Modell“ bekannt. Für alle damals Verantwortlichen war dies die Erfüllung ihres gemeinsamen Auftrages.

Bis heute steht das Gemeinschaftswerk unter dem Segen Gottes. Alle Probleme konnten gelöst werden.


1969
: Der Gründer und Stifter Hermann Kaiser und auch Pfarrer Hans Giebner, der in den ersten Jahren als der Motor der ganzen Arbeit galt, starben.

 

1970-1971: Die große Nachfrage nach modernen Altenheim-Plätzen führt zu einer Neubau-Planung.

 

1972: Das Hermann-Kaiser-Haus mit schönen Appartements und Balkonen wurde fertiggestellt. Weitere 48 Bewohner sind hier eingezogen. Ein Andachtsraum für beide Konfessionen entstand im Untergeschoss. Dabei ging es darum, neben der persönlichen Betreuung und Pflege den Menschen, die hier ihren Feierabend erleben und verleben wollen, auch geistliche Nahrung nach der Grundidee des ganzen Werkes anzubieten.

 

1976-1977: Weitere Überlegungen und Planungen zur Verbesserung der Lebensqualität.

 

1978: Neubau und Fertigstellung des Mehrzweck- und Kulturraumes in Verbindung mit der Erweiterung des Speisesaales, sowie einer Cafeteria mit Kiosk.

 

1980: Ein Reha-Zentrum mit Bewegungsbad und Therapieeinrichtungen wurde geplant. Die zu-ständigen Behörden empfahlen, gleichzeitig zusätzlichen Wohnraum für die Altenpflege zu schaffen.

 

1983: Das Wilhelm-Möller-Haus mit weiteren 60 Pflegeplätzen wurde in Betrieb genommen, sowie das Reha-Zentrum mit Bewegungsbad, die Praxiszimmer für Ärzte, Räume für die Beschäftigungstherapie, der Verwaltungsbereich, ein Frisörsalon und eine neue Waschküche.

 

1991: Umbau des Hermann-Kaiser-Hauses als Pflegehaus nach den Vorgaben der Heimaufsicht für eine vollstationäre Betreuung.

 

Alle diese baulichen Maßnahmen wurden geplant und durchgeführt von unserem Architekten und Vereinsmitglied Karl Weider, der zusammen mit unserem langjährigen Aufsichtsrats-vorsitzenden und Mitbegründer Wilhelm Möller und dem Steuerberater, Vereinsvorstand und Aufsichtsratsmitglied, Dipl. Kaufmann Heinrich Reger, ein starkes Team waren. Heinz Reger und Wilhelm Möller sind Anfang Januar 2004 verstorben.

 

1996: Nach Einführung der Pflegeversicherung wurde der 1997 fertig geplante Ersatzneubau für das Hans-Giebner-Haus bis jetzt nicht gebaut, weil das Hess. Sozialministerium eine finanzielle Förderung nur geben wollte, wenn unser Angebot an Pflegeplätzen erheblich – um rd. 50 % - redu-ziert und festgeschrieben werde.

 

2003: In Planung und beschlossen ist jetzt ein Neubau mit 4 Hausgemeinschaften für Bewohner/innen in je 12 modernen Zimmern.

 

2007: Beginn des Neubaues. Fertigstellung und Bezug des Neubaus ist für Frühjahr 2008 geplant.

2008: Im August konnte das neue Haus bezogen werden. Es hat den Namen Graf-Zinzendorf-Haus.

2009 - 2010: Planung eines Anbaus an das Graf-Zinzendorf-Haus mit 116 Einzelzimmern:
                     Neubau einer Großküche, Speisesaal und Cafeteria.

 

Getreu dem Vermächtnis unseres Stifters Hermann Kaiser soll auch der Dienst an älteren und pflege-bedürftigen Menschen weiter in den kommenden Jahren getan werden. Dieses Vermächtnis hat unser Hauptgesellschafter, der Evangelische Gemeinschaftsverband Hessen-Nassau e.V. in 34626 Neukirchen/Knüll im Jahr 1969 durch Erb-vertrag übernommen.

Dadurch ist der Träger verpflichtet, das Haus Simeonstift im christlichen Geist zu führen und auch die geistliche Betreuung der Bewohner verantwortlich zu übernehmen.


Zur Erinnerung die entsprechende Vertragsbestimmung im Wortlaut:

„Der Verband steht auf dem Boden der ganzen heiligen Schrift alten und neuen Testaments und der reformatorischen Bekenntnisse. Separatistische Bestrebungen liegen ihm fern.“

An dieser Stelle gilt besonderer Dank den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, die durch ihren Dienst mitgeholfen haben, das Simeonstift zu dem zu machen, was es heute für die Bewohner und Bewohnerinnen ist, eine Heimstatt, ein Feierabendhaus.

AGAPLESION SIMEONSTIFT Wohnen und Pflegen | Simeonstift@hdv-darmstadt.de